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Jahrgangsübergreifende Klassen

An unserer Zwergschule wird jahrgangsübergreifend unterrichtet  

In der jahrgangsübergreifenden Klasse lernen Kinder der Jahrgänge 1 und 2 sowie Kinder der Jahrgänge 3 und 4 gemeinsam.
Dies ist in der heutigen Zeit nicht mehr nur eine Notlösung von Zwergschulen, sondern schon Reformpädagogen wie Freinet, Peter Petersen und Maria Montessori haben die Vorteile des jahrgangsübergreifenden Unterrichts geschätzt.


Die Vorteile des jahrgangsübergreifenden Lernens

1. Kinder belehren sich gegenseitig!
Die Kleinen lernen von den Großen, die Großen fühlen sich verantwortlich.
Ältere Schüler geben (gerne!) Lerninhalte und Lerntechniken an die jüngeren Schüler weiter. Das kann den Lehrer stark entlasten.
In der Literatur ist vielfach bewiesen, dass diese gemeinsame Art des Lernens nicht zu Lasten der älteren Kinder geht. Im Gegenteil: Gelerntes an andere weiter zu geben, bedeutet für das vermittelnde Kind Wiederholung, Übung und Anwendung der Lerninhalte.
Immer wieder können wir beobachten, mit welcher Ruhe und mit welchem Interesse ein jüngeres Kind einem älteren zuhört, wenn ihm eine schwierige Aufgabe erklärt wird.
2. Jahrgangsmischung deckt den Lernstand des Kindes schneller auf!
Im jahrgangsübergreifenden Unterricht arbeitet jedes Kind in seinem Tempo und an dem Stoff, der seinem Lernniveau entspricht. Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Projektarbeit, Lernen in Werkstätten differenzierter Unterricht machen es möglich.
  
3. Die sozialen Vorteile
Kinder lassen sich motivieren, wenn sie sehen, dass andere Kinder etwas können, was sie noch nicht beherrschen.
Die Kleinen lernen von den Großen, die Großen fühlen sich verantwortlich. Die älteren Kinder können also für die jüngeren Kinder Zugpferde und Motivatoren sein – und das ganz nebenbei.
4. Kinder geben Rituale weiter!
In gemischten Lerngruppen werden die eingeführten Rituale und Arbeitsformen von den älteren Schülern an die jüngeren Schüler weitergegeben.
5. "Ich nehme dich an die Hand“ – Kinder sind Vorbilder
Kinder lernen gerne und auch gut von anderen Kindern, allein durch Abschauen. Die älteren Kinder sind für die jüngeren Ansprechpartner und haben eine Vorbildfunktion.

 

6. Für die Kinder ergeben sich immer wieder andere soziale Rollen!
Im Verlauf der Gruppenprozesse geraten Kinder schnell in bestimmte Rollen. Im Laufe eines Schuljahres entwickelt sich ein Schüler z. B. zum Klassenclown. Wir haben die Beobachtung gemacht, dass ein Schüler diese Rolle nicht bis zum Ende der Grundschulzeit behalten hat. Ein Kind, das sich im ersten Schuljahr oft als Gruppenclown aufgespielt hat, übernahm im zweiten Schuljahr eine helfende Vorbildfunktion ein. Die neue Aufgabe hat seine Position im ganzen Gruppensystem verändert. Für niemanden war er mehr ein Clown.

7. Im jahrgangsübergreifenden Unterricht können Kinder auch bei der Wiederholung einer Klassenstufe ihre sozialen Kontakte behalten!
Langsamer lernende Kinder können bei „Wiederholungsbedarf“ ein Jahr länger in der Klasse verbleiben, ohne Gruppen- und Lehrerwechsel. Es gibt also kein Sitzenbleiben im herkömmlichen Sinn, weil das Kind nicht durch die Weiderholung einer Klassenstufe alle seine sozialen Bezugspunkte auf einmal verliert. Das Kind hat die Möglichkeit, sich auf den Lernstoff zu konzentrieren, die Wiederholung für sich zu nutzen, seiner eigenen Entwicklung Raum und Zeit zu geben, anstatt sich mit dem Aufbau neuer Freundschaften, einem neuen Klassenraum und neuen Lehrern mit neuen Methoden auseinandersetzen zu müssen.


 Ziele

Verantwortungsbewusstsein
Teamfähigkeit
Toleranz
Lernmotivation steigern
Differenzierung, Individualisierung
  
Alle diese Ziele gelten natürlich auch für die „normale“ Schule, werden aber durch die Altersmischung sehr gefördert.

 

Voraussetzungen

Lehrerinnen- Eltern-Team
Großer Klassenraum
Viele Arbeitsmittel (z.B. Freiarbeits-Material)
Viele Regale, Abstellflächen usw.

 

  

Bedingungen

Zeugnisse und Lehrpläne nach „normalen“ Erlassen und Kerncurricula

 

  
aus: Sabine Herzig, Anke Lange: So funktioniert jahrgangsübergreifendes Lernen. Verlag an der Ruhr, 2006, S. 11 – 18.  
 
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